Peter Zimmer-Eul

Eines der neuesten Hilfsmittel, der Landwirtschaft war in Wallenborn vor dem I. Weltkrieg eine mit Dampf betriebene Dreschmaschine. Es handelte sich um ein englisches Fabrikat, das von Peter Zimmer, bekannter als "Kaprols Pitter", angeschafft wurde.
Von nun an konnte im Herbst, direkt nach der Ernte, bis spät in den Abend hinein, im Schuppen vor der Schreinerwerkstatt, gedroschen werden. So hatte man das notwendige Wintersaatgut und konnte Mehl zur eigenen Brotherstellung mahlen lassen.
Bei den "dickeren Bauern" wurde erst im Spätherbst oder im Winter vor deren Scheune gedroschen. Ein solcher Dreschtag begann bereits um fünf Uhr früh mit dem Anheizen der Dampfmaschine. Das dazu notwendige Brennholz mußten die Bauern selbst beschaffen. Ab sieben Uhr konnte dann gedroschen werden. Damit alle Arbeiten: Getreide von der Tenne herunter stoßen, Garben auf die Dreschmaschine werfen, aufschneiden der Garben, auseinanderziehen und in die Dreschmaschine geben, ungebundenes Stroh aufnehmen, binden und stapeln, volle Getreidesäcke abnehmen und auf den Speicher tragen, zügig erledigt werden konnten, waren bis zu vierzehn Helfer nötig. Nicht zu vergessen sind die Frauen, die die ganze Arbeiterschar mit gutem, nahrhaftem Essen versorgten und so bei Kräften und guter Laune hielten.
Die 6 Tonnen schwere Dreschmaschine konnte nur unter großer Kraftanstrengung von Mensch und Tier transportiert werden. Im Jahre 1930 übergab "Pitter" die Lohndrescherei an seinen Sohn Johann-Josef, genannt "Kaprols Hanni".
Nach und nach wurde die Arbeit an und mit der Dreschmaschine durch technische Verbesserungen erleichtert. So wurde die Dampfmaschine durch einen Dieselmotor ersetzt, der auf einem Büssing-Fahrgestell mit Vollgummireifen montiert war. Mit dieser Hilfe konnte die Dreschmaschine auch fortbewegt werden. Ab 1937 wurde das bis dahin ungebundene Stroh mittels einer Strohpresse, die fest mit der Dreschmaschine verbunden war, zu Ballen gepreßt und durch je zwei Sisalseile gebunden.
Seit 1940 erfolgte der Antrieb elektrisch. Als Stromquelle dienten zeitweise Freileitungen, die mit Hilfe von Bambusstangen, die zum Erreichen der StromIeitungen dienten, angezapft wurden. Dank all dieser Verbesserungen konnten die anfallenden Arbeiten nun von neun Leuten bewältigt werden.
Peter Zimmer oder "Schäfer Pitter" übernahm 1951 die väterliche Landwirtschaft und setzte die Lohndrescherei bis ins Jahr 1969 fort. Während dieser Zeit wurde die altgediente "Dräschmaschin" nach und nach durch Mähdrescher ersetzt.