Barbara Scholzen

Dä Pitter un dat Greth don Heiroden. Der Winter geht seinem Ende entgegen; der Frühling zeigt sich so langsam von Tag zu Tag mehr. Die Bauern bringen mit ihrer Feldbestellung ein wenig Unruhe ins Dorf und die Frauen sind in ihren Gärten beschäftigt. Mit ihren Gedanken sind sie bei der bevorstehenden Hochzeit in der Nachbarschaft.
Drei Wochen vorher haben die Burschen des Dorfes ihren Spaß. Ein Höllenspektakel gibt es am Abend, es wird "geschliffen" bei dem Brautpaar wie es heißt, mit drehenden Rädern eines Ackerwagens und einer Sense wird viel Krach gemacht. Einige Jungen schlagen mit ihrer Peitsche den Takt. Das Brautpaar erscheint auf der Haustür. Nun werden ein paar bekannte Lieder gesungen; mit einer Flasche Schnaps und einem Trinkgeld ziehen die Burschen ab.
Der Tag rückt näher, an dem die Arbeit der Nachbarsfrauen beginnt. In einem gemeinsamen Gespräch wird alles geplant und vorbereitet. Einen Tag vor der Hochzeit werden gemeinsam die Kuchen gebacken. Das ist viel Arbeit, doch in der Gemeinschaft macht es Spaß. Am Abend räumen einige flinke Hände ein paar Zimmer aus, stellen Tische, Stühle und Bänke auf. Die Tische werden gedeckt, Gemüse, Kartoffeln und Fleisch für den kommenden Mittag vorbereitet.
Nun ist endlich der lang ersehnte Tag gekommen. Um Zehn Uhr ist das Brautamt in der Kirche. Für die Frauen beginnt nun das Kochen, es muß ja alles klappen und vor allem den Gästen gut schmecken. Ein bißchen Hektik gibt es aber doch, während das Essen aufgetragen wird. Es muß ja alles gut warm auf den Tisch kommen. Bis zum Kaffee machen geht es dann ein wenig ruhiger zu.
Nach einem alten Brauch geht es nun in einem Zug mit dem Brautpaar und allen Gästen mit Musik durch das Dorf. Einige Männer tragen weiße Schürzen und schneiden von einem großen mitgebrachten Kranz Kuchenstücke ab, den sie an die Zuschauer verteilen. Auch eine Flasche Schnaps wird ausgeschenkt.
Am Abend freuen sich die Burschen und Mädchen. Bei Musik und Tanz geht's manchmal heiter zu, oft bis zum frühen Morgen.